BBC: Neue Dateien sollen 450 Millionen Dollar in verlorenem Bitcoin mit dem russischen Geheimdienst verbinden

450 Millionen Dollar an verlorener Kryptowährung aus dem inzwischen nicht mehr existierenden Kryptowährungsumtausch WEX könnten auf einen Fonds übertragen worden sein, der dem russischen Geheimdienst Federal Security Bureau (FSB) gehört, so eine Untersuchung des russischen Dienstes der BBC vom 15. November.

Die jüngste Untersuchung der BBC im Krypto-Exchange-Fall BTC-e, in dem Mitbegründer Alexander Vinnik des Betrugs und der Geldwäsche von bis zu 4 Milliarden Dollar an Bitcoin (BTC) im Laufe von sechs Jahren beschuldigt wird, hat neue Details aufgedeckt, die angeblich verlorene Kundengelder mit dem FSB verbinden sollen.

fordert die Übergabe von Krypto-Assets an das FSB

Die BBC holte Audiodateien zurück, die angeblich eine Person namens Anton – angeblich den ehemaligen FSB-Offizier Anton Nemkin – mit Alexej Bilyuchenko, einem Mitbegründer von The News Spy und Konstantin Malofejew, der angeblich hinter dem Verkauf von WEX, einem Spin-off des angeschlagenen BTC-e, steckte.

Während eines Geschäftstreffens im Jahr 2018 soll Anton angeblich darum gebeten haben, dass Bilyuchenko ihm die kalten Wallets mit den Krypto-Assets von WEX übergibt. Nach der angeblichen Übergabe wurde Bilyuchenko an eine FSB-Abteilung in Moskau geliefert, wo ihn mehrere Zivilbeamte zu WEX-Operationen befragten.

Am nächsten Tag soll Anton gefordert haben, dass Bilyuchenko alle in den WEX-Wallets gespeicherten Kryptowährungen weitergibt und erklärt, dass die Vermögenswerte an den „Fonds der FSB Russlands“ übergeben werden. Damals enthielten die Wallets 450 Millionen Dollar im Wert von Kryptowährung, von denen ein Teil den Kunden der Börse gehörte.

Bilyuchenko stimmte schließlich zu, den oben genannten Betrag zu überweisen. Die Daten von Blockchain.com und Explorer.Litecoin.net zeigten, dass 30.000 BTC und 700.000 Litecoins (LTC) aus den oben genannten Wallets transferiert wurden – das entspricht zu diesem Zeitpunkt 350 Millionen Dollar.

Bitcoin

Sonstige Vorwürfe gegen verbundene Unternehmen

Im Juli wurde Dmitri Wassiljew, ehemaliger CEO von WEX, in Italien verhaftet. Im April 2019 wurde Wassiljew von der Polizei der kasachischen Stadt Almaty strafrechtlich verfolgt, da dem mutmaßlichen Verdächtigen vorgeworfen wurde, einen lokalen Investor in Höhe von 20.000 US-Dollar über die WEX-Börse betrogen zu haben.

Im selben Monat reichten Staatsanwälte der Vereinigten Staaten eine Beschwerde gegen BTC-e und Vinnik ein. Gemäß der Einreichung legte das Financial Crimes Enforcement Network (FinCEN) im vergangenen Jahr zivilrechtliche Sanktionen für BTC-e und Vinnik fest, die mit Geldbußen von über 88 Millionen Dollar bzw. 12 Millionen Dollar belegt sind.

In der Einreichung wurde unmissverständlich festgestellt, dass BTC-e und Vinnik nicht versucht hatten, sich bei FinCEN zu registrieren, Geldwäsche zu bekämpfen oder verdächtige Aktivitäten im Allgemeinen zu melden.